Ich werde den Tag nie vergessen, es war der 30.01.2023 – frühmorgens, und ich machte wie so oft einen Schwangerschaftstest. Ich rechnete natürlich mit einem negativen Ergebnis, aber dieser Tag veränderte für immer mein Leben…aber nun von vorne.
Anfang 2022 versuchten mein Mann und ich schwanger zu werden. Ich brauchte ehrlicherweise eine lange Zeit, um zu diesem Punkt zu gelangen – wenn man ein Baby möchte und es nicht klappt, ist man leider nicht mehr so geduldig wie vorher. Und Sprüche wie „lasst euch doch Zeit“ oder „macht euch nicht solch einen Stress“ braucht man in der Zeit erst recht nicht. Die ersten Monate hatte ich es noch geschafft die Fassung zu wahren aber es machte mich zunehmend traurig, dass es einfach nicht klappte. Leider sind im Umfeld auch nicht immer alle so feinfühlig gewesen. Entweder konnten sie dieses Gefühl nicht nachvollziehen oder hatten schon Kinder, bei denen es gefühlt „sofort geklappt“ hat. Aber der Körper ist ein Mysterium und man kann nicht alles beeinflussen. Im September 2022 sagte mir schließlich mein Bauchgefühl, dass mein Mann und ich uns in einer Kinderwunschklinik durchchecken lassen sollten. Und mein Gefühl bestätigte mich…
Falls jemand noch keine Berührungspunkte mit einer Kinderwunschklinik hatte – man wird komplett auf den Kopf gestellt. Mein AMH Wert (dieser zeigt unsere Eizellreserve an) lag bereits bei 0,79 (mit 33 Jahren). Sprich es war genau richtig mich in einer KiWu-Klinik checken zu lassen. Kommentare wie „Macht ihr euch nicht ein bisschen zu viel Druck“ und „ist das nicht übertrieben, gleich in eine Kinderwunschklinik zu gehen?“ konnten mich in der Luft zerschmettern.
Das Spermiogramm meines Mannes war auch schwankend und so bereiteten wir uns auf eine mögliche ICSI vor.
In dieser Zeit war ich total fragil – ich habe meinen Körper in Frage gestellt und habe permanent versucht zu verstehen „warum ist das vermeintlich einfachste auf der Welt für uns so schwierig?“
Christiane war in dieser Zeit unglaublich unterstützend und sehr aufbauend. Sie hatte ja das gleiche durchgemacht, um ihre Kinder in ihren Armen zu halten. Ich habe mich sehr oft mit ihr unterhalten und sie hat mir immer wieder Mut gemacht an ein Happy End zu glauben und auf meinen Körper zu vertrauen.
Und kurz vor unserem ersehnten Urlaub machte ich eines Morgens – am 30.01.2023 – einen Schwangerschaftstest. Dieser würde ja eh wieder negativ sein und ich könnte mich auf den Urlaub freuen, um da auch das eine oder andere Gläschen Wein zu trinken. Und auf einmal waren da zwei Striche… ich schaute sicherheitshalber auf die Packungsbeilage und blinzelte ein paar Mal. Da hatte sich doch tatsächlich ein Wunder eingenistet – ganz ohne Hormontherapie und ICSI. Die Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen (mir war zwar die ganze Zeit übel aber was tut man nicht alles …) und ich brachte am 26.09.2023 einen gesunden kleinen Jungen zur Welt.
Wie sagte Katja Ebstein einst, „Wunder gibt es immer wieder…“
-Anonym-

